Nach dem Tanz in den Mai ab an die frische Luft
Wer bis jetzt noch immer an Sonntagen mit den Kindern in der Stube gehockt ist (zu nass, zu kalt ...) hat jetzt definitiv keine Ausrede mehr, denn wir erleben bereits die ersten Tage, an denen das Thermometer über 20 Grad klettert. Schon sind die ersten Frühlingsblumen verblüht. Es wird also höchste Zeit in die Natur zu schweifen, wenn man Blumen oder Kräuter sammeln will.
Frühlingsrezept mit Brennnesseln
Mit dem Frühling steigt bei mir auch immer die Lust neue Rezepte auszuprobieren mit Pflanzen oder Pilzen, die man in der Natur findet. Sei es einen feinen Löwenzahnhonig selber herzustellen oder eine feine Brennnesselsuppe zu kochen.
Mit Kindern kann dies ein besonders vergnügliches Erlebnis werden. Denn mit Handschuhen, langer Kleidung und einer Gartenschere bewaffnet, lernen Kinder, dass Brennnesseln nicht nur wehtun, sondern auch ein gesundes Kraut sind, dass man durchaus sammeln und weiterverwerten kann.
Wer sich Sorgen wegen Bandwürmern macht oder Angst vor dem Brennen der Pflanze hat, sollte als erstes vielleicht statt einen Salat einen Spinat zubereiten. Ganz sicher und auch noch einfrierbar ist aber natürlich die Suppe. Ausserdem kann sie mit Kartoffeln gestreckt werden und schmeckt daher Kindern vielleicht noch besser als der Spinat.
Das Rezept dazu ist ganz einfach:
ZUTATEN:
1 Sack voll Brennnesseln
250 g Kartoffeln in Stücken, ungeschält
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
4-5 Basilikumblätter
2-3 Würfel Kräuterbouillon
4 L Wasser
1-2 dl Rahm
ZUBEREITUNG:
Brennnesseln gut unter fliessendem kalten Wasser waschen (am besten mit Gummihandschuhen). Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln anbraten und die Brennnesseln sowie den Basilikum dazugeben. Dann das Ganze (je nach Brennnesselmenge) mit bis zu 4 Litern Kräuterbouillon auffüllen. Die Brennnesseln sollten eine gute halbe Stunde gekocht werden, so dass auch die Stile schön weich sind. Danach alles mit einem Pürierstab zerkleinern bis die Suppe schön sämig ist. Die Suppe nochmals aufkochen (Vorsicht, dass die Suppe unten nicht anbrennt) und mit Salz und Pfeffer abschmecken, zum Schluss etwas Rahm dazu, um die Suppe zu verfeinern. Mit frischem Brot serviert schmeckt die Brennnesselsuppe sogar den Kleinen herrlich.
Wissenswertes über die Brennnessel
Übrigens hat die Ernährungsberaterin Barbara Simonsohn 2022 ein handliches Buch zur Heilpflanze Brennnessel geschrieben: «Brennnessel - Das Wunderkraut für Gesundheit, Küche und Schönheit. 101 Anwendungen und Rezepte». Schon im Mittelalter war die Brennnessel ein beliebtes Hausmittel bei vielen Krankheiten und Beschwerden. Dabei lässt sie sich sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden. Äusserlich fand die Brennnessel früher schon häufig Anwendung bei Hundebissen, Beulen oder anderen Hautschwellungen. Dafür stellte man aus zerstoßenen Brennnesselblättern eine mit Salz vermischte Salbe her und trug diese auf die Haut auf. Weiter findet die Brennnessel auch heutzutage Anwendung bei: Harnwegserkrankungen, Prostataerkrankungen, Haarausfall und Schuppen, Gicht und Rheuma, Bluthochdruck, Unfruchtbarkeit, Impotenz und Schwäche des Immunsystems. Zum Einsatz kommt die Brennnessel als Haarwasser, Saft, Öl oder Tabletten und natürlich auch als Tee.
Brennnesseltee
Beim Pflücken der Brennnesseln für einen Tee sollten nur junge Kräuter gewählt werden. Diese schmecken leicht nussig und krautartig. Ältere Brennnesseln dagegen enthalten deutlich mehr Gerbstoffe und schmecken dadurch zum Teil unangenehm bitter. Daher am besten vor der Blüte pflücken.
Um einen Tee zuzubereiten, übergiesst man eine kleine Handvoll Brennnesselblätter mit einem halben Liter Wasser und lässt das Ganze fünf Minuten lang ziehen. In dieser Zeit entfaltet sich die komplette Wirkung und der Tee ist trinkfertig. Wenn er zu krautartig oder bitter schmeckt, kann noch zusätzlich mit Honig gesüsst werden.




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